Auch 2026 bot Red Bull BassLine Tennis in einem außergewöhnlichen Rahmen. Ohne Schiedsrichter, mit kurzen Tiebreak-Sätzen bis fünf Punkte sowie Musik und Moderation während der Matches stand neben dem sportlichen Ehrgeiz auch die Unterhaltung im Mittelpunkt.

Daniel Merida und Matteo Berrettini klatschen zwischen zwei Ballwechseln ab. Foto (c): e|motion/Sascha Feuster
Publikum bestimmt die Gruppen
Zum Auftakt durften die Zuschauer mitentscheiden, in welche Gruppen die sechs Spieler eingeteilt wurden. In der roten Gruppe trafen Grigor Dimitrov, Matteo Berrettini und Jakub Mensik aufeinander. Die blaue Gruppe bildeten Jurij Rodionov, Learner Tien sowie Daniel Merida.
Die Gruppenphase hielt bereits zahlreiche spannende Duelle bereit. In beiden Dreiergruppen verbuchte jeder Spieler einen Sieg und eine Niederlage, sodass letztlich die Punktedifferenz über den Einzug ins Finale entschied. In der roten Gruppe hatte Jakub Mensik dabei die Nase vorn und sicherte sich das Ticket für das Endspiel.
In der blauen Gruppe durfte sich Österreichs Davis-Cup-Held Jurij Rodionov zunächst über einen Sieg gegen den späteren Champion Daniel Merida freuen. Nach einer Niederlage gegen Learner Tien entschied jedoch die Punktedifferenz zugunsten des Spaniers, der als zweiter Spieler ins Finale einzog. Rodionov durfte sich trotz des Ausscheidens über lautstarke Unterstützung von den Rängen freuen.

Grigor Dimitrov und Dominic Thiem fachsimpeln über die richtige Einsatzweise der neuen Regel "Domi's Double". Foto: e|motion/Sascha Feuster
„Domi’s Double“ sorgt für zusätzliche Spannung
Für zusätzlichen Nervenkitzel sorgte die diesjährige Neuerung „Domi’s Double“, die auf eine Idee von Dominic Thiem zurückgeht. Einmal pro Match konnten die Spieler das taktische Extra aktivieren und der darauffolgende Ballwechsel zählte doppelt. Damit konnte sich die Ausgangslage innerhalb weniger Sekunden entscheidend verändern. Die neue Regel erwies sich als voller Erfolg und kam in jedem Match zum Einsatz, wodurch die ohnehin engen Begegnungen zusätzliche Spannung erhielten.

Hohe Fußball-Akrobatik in der Pause vor dem großen Finale. Foto: e|motion/Sascha Feuster
Merida setzt sich im Finale durch
Das Finale begann zunächst vielversprechend für Mensik, der den ersten Satz klar mit 5:1 für sich entschied. Doch Merida kämpfte sich zurück und drehte die Partie mit 5:3 und 5:2 in den beiden darauffolgenden Sätzen. Nach dem vermeintlichen Satzausgleich fiel der Jubel allerdings etwas verfrüht aus, die beiden Youngsters hatten offenbar übersehen, dass im Finale auf drei gewonnene Sätze gespielt wurde. So musste Merida noch einmal nachlegen und machte schließlich doch noch den Turniersieg mit 1:5, 5:3, 5:2, 5:4 perfekt. Damit krönte der Spanier sein Debüt bei Red Bull BassLine mit dem begehrten Siegerpokal.
Merida reiht sich in eine prominente Siegerliste ein, zu der bereits Carlos Alcaraz (2021), Karen Khachanov (2022), Alexander Zverev (2023 und 2024) sowie Tallon Griekspoor (2025) zählen.
Nach seinem Sieg sagt Merida: „Ich bin froh, hier in Wien zu sein und vor einem so tollen Publikum mit so großartigen Spielern antreten zu dürfen. Normalerweise spielen wir nie mit solchen Regeln und es hat viel Spaß gemacht. Es war mir eine Ehre, den Platz mit diesen Spielern zu teilen und ich freue mich, jetzt den Pokal in den Händen zu halten.“

Die Autogramme von Lokalmatador Jurij Rodionov waren nach dem Event heiß begehrt. Foto: e|motion/Sascha Feuster

