Fünf Jahre nach seinem letzten Auftritt bei den Erste Bank Open stand Carlos Alcaraz am Dienstag wieder auf dem Centre Court der Wiener Stadthalle. In der ersten Runde bekam es der Spanier mit Karen Khachanov zu tun, der mit druckvollen Aufschlägen und starken Grundlinienschlägen von Beginn an für ein spannendes Duell sorgte.
Khachanov setzte Alcaraz früh unter Druck und schaffte im ersten Satz das Break zum 3:2. Beim Versuch, den Vorsprung zu bestätigen, führte der Wien-Finalist von 2024 bei eigenem Aufschlag bereits mit 40:0. Alcaraz drehte das Game jedoch noch und schaffte umgehend das Rebreak. Es entwickelte sich ein intensives Duell mit sehenswerten Ballwechseln, in dem beide um jeden Punkt kämpften. Alcaraz fand zunehmend besser ins Spiel, setzte Khachanov mit variablem und druckvollen Spiel zunehmend vor immer größere Probleme und sicherte sich den ersten Satz nach 51 Minuten mit 6:4.
Duell auf Augenhöhe
Auch im zweiten Durchgang begegneten sich die beiden lange Zeit auf Augenhöhe. Alcaraz wirkte phasenweise etwas kraftvoller und schneller, doch Khachanov hielt mit seinem druckvollen Spiel dagegen. Der Spanier erspielte sich beim Stand von 5:4 drei Matchbälle, konnte diese aber nicht verwerten. Khachanov rettete sich zum 5:5 und schaffte anschließend sogar das Break zum 6:5.
Danach zeigte Alcaraz, warum er jetzt schon zu den Größten seiner Zunft zählt: Völlig unbeeindruckt vom auf ihm lastenden Druck nahm er seinem Gegner den Aufschlag zu null ab und erzwang so ein Tiebreak. Dort konnte sich zunächst keiner der beiden Spieler entscheidend absetzen. Beim Stand von 5:4 gelang Alcaraz ein spektakulärer Passierball, ehe er seinen vierten Matchball mit einem gefühlvollen Stopp-Volley verwertete.
„Es war wirklich sehr, sehr knapp. Ich würde sagen, es ging nur um wenige Punkte“, analysierte Alcaraz nach seinem 6:4, 7:6 (7/5)-Erfolg. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich großartiges Tennis gespielt und die Chancen genutzt habe, die er mir im Verlauf des Matches gegeben hat.“
Damit steht der Spanier im Achtelfinale, wo er auf Jurij Rodionov treffen könnte, sofern sich der Österreicher am Mittwoch gegen Nikoloz Basilashvili durchsetzt.
Paul feiert 250. Sieg – Mannarino dreht Partie
Bereits im Auftaktmatch auf dem Centre Court feierte Tommy Paul mit einem 7:5, 6:2 gegen den Wien-Champion von 2020, Andrey Rublev, seinen 250. Sieg auf der ATP Tour und zog in das Achtelfinale gegen Luciano Darderi ein. In der Marx Halle drehte der französische Qualifikant Adrian Mannarino gegen Ignacio Buse nach einem 0:6 im ersten Satz noch die Partie und setzte sich mit 0:6, 7:5, 6:4 durch – im Achtelfinale wartet nun Jakub Mensik.

