Alexander Zverev erwischte einen guten Start und nahm Martin Landaluce früh den Aufschlag ab. Der junge Spanier ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken, schaffte das Rebreak und begegnete dem topgesetzten Deutschen in der Folge auf Augenhöhe. Beim Stand von 5:5 schlug Zverev erneut zu und servierte den ersten Satz anschließend souverän zum 7:5 aus.
Im zweiten Durchgang erhöhte Landaluce den Druck. Mit aggressivem und mutigem Spiel gelang ihm das Break zum 2:0. Diesen Vorsprung ließ sich der Spanier nicht mehr nehmen und erzwang mit einem 6:3 den entscheidenden dritten Satz.
„Matin hat unfassbar aggressiv gespielt, kaum Fehler gemacht und wahrscheinlich 40 Winner geschlagen, was für ein Spieler“, zollte Zverev seinem Gegner nach der Partie großen Respekt.
Im dritten Satz hatte Zverev beim Stand von 6:5 und Aufschlag Landaluce seine ersten beiden Matchbälle. Der Spanier wehrte jedoch beide ab und rettete sich in das entscheidende Tiebreak, das sich zu einem wahren Nervenkrimi entwickelte.
Spektakuläres Tiebreak mit sieben weiteren Matchbällen
Beim Stand von 6-5 im Tiebreak erspielte sich zunächst Landaluce seinen ersten Matchball, den Zverev bei eigenem Aufschlag abwehrte. Danach wechselten die Chancen im Minutentakt: Bei 7-6 kam Zverev zu seinem dritten Matchball, doch Landaluce verhinderte mit einem starken Aufschlag das Ende der Partie.
Anschließend hatte der Spanier bei 8-7, 9-8 und 10-9 gleich drei weitere Möglichkeiten, den Sieg zu fixieren. Zverev behielt jedoch jedes Mal die Nerven und wehrte den vierten Matchball seines Gegners mit einem Ass zum 10-10 ab.
Nach einem leichten Fehler Landaluces erspielte sich Zverev bei 11-10 seinen vierten Matchball. Der Spanier antwortete erneut mit mutigem Spiel und stellte auf 11-11. Zverev holte sich jedoch den nächsten Punkt und kam bei 12-11 zu seinem fünften Matchball – diesmal bei eigenem Aufschlag. Landaluce ging beim Return noch einmal volles Risiko, setzte seine Vorhand jedoch knapp ins Aus. Damit machte Zverev nach 3:05 Stunden den hart erkämpften Einzug in das Achtelfinale perfekt.
„Er hat mich an mein absolutes Limit gebracht. Er ist einfach ein unfassbarer Tennisspieler“, lobte Zverev den erst 20-jährigen Landaluce. „Ich glaube, wir werden in den nächsten 15 Jahren noch viel von ihm sehen. Er wird große Titel und große Matches gewinnen.“
Noch ein Sieg bis zur Nummer eins
Mit einem weiteren Erfolg bei den Erste Bank Open kann Zverev fixieren, dass er in der kommenden Woche erstmals die Führung in der Weltrangliste übernimmt. „Das wäre wunderschön. Ich liebe Wien, ich liebe die Stadt und ich liebe es, hier zu spielen“, erklärte Zverev. „Ich hoffe, dass ich es schaffen kann. Ich brauche eure Unterstützung vor allem auch für diese Matches.“
Auch Cobolli eine Runde weiter
Im letzten Match des Tages verwandelte der an Nummer 4 gesetzte Italiener Flavio Cobolli kurz vor Mitternacht seinen Matchball zum 6:4, 3:6, 6:3-Sieg über den Bulgaren Grigor Dimitrov und zog damit ebenalls ins Achtelfinale ein.

