Seit ihrem Masters-Triumph in Shanghai haben Miedler und Oberleitner bei jedem Turnier das Finale erreicht. Nach dem Endspiel in Almaty folgte nun vor heimischem Publikum der nächste Finaleinzug. Insgesamt steht ihre gemeinsame Bilanz bei bemerkenswerten 13 Siegen und lediglich zwei Niederlagen.
Auch in Wien bewies das Duo mehrfach starke Nerven. Nach dem Auftakterfolg gegen Petr Nouza und Michael Venus warfen Miedler/Oberleitner im Viertelfinale die topgesetzten Wimbledon-Sieger und Weltranglistenersten Harri Heliövaara und Henry Patten aus dem Bewerb. Im Halbfinale folgte ein 7:6(0), 7:6(9)-Erfolg gegen Guido Andreozzi und Manuel Guinard, bei dem die Österreicher ihren dritten Matchball verwerteten.
Von den Fans durch enge Situationen getragen
„Wir haben einen guten Lauf und sind sehr dankbar dafür. Trotzdem schauen wir weiterhin von Match zu Match. Jetzt freuen wir uns riesig, morgen hier in der Stadthalle spielen zu dürfen“, sagte Miedler vor dem Finale.
Oberleitner hob vor allem die Unterstützung des heimischen Publikums hervor: „Es ist bemerkenswert, wie wir derzeit spielen. Die Fans haben uns gerade in den engen Situationen mitgetragen. Das wollen wir morgen wieder auf den Platz bringen.“
Im Endspiel warten Ryan Seggerman und Learner Tien. Das US-amerikanische Duo sicherte sich mit einem 6:3, 7:6(9)-Erfolg gegen Francisco Cerúndolo und Tomas Martin Etcheverry den zweiten Finalplatz.
„Er hat seinen Teil erfüllt – jetzt bin ich dran“
Für den Wechsel von der Marx Halle auf den Centre Court haben die beiden bereits eine klare Arbeitsteilung vereinbart. „Es ist Co-Working“, erklärte Miedler mit einem Augenzwinkern. „Neil hat gesagt, er zieht mich durch die Marx Halle, und ich übernehme dann in der Stadthalle. Er hat seinen Teil erfüllt – jetzt bin ich dran.“
Für Oberleitner wird das Finale zu einem ganz besonderen Heimspiel. „Ich wohne nur zehn Minuten von der Stadthalle entfernt und könnte zu Fuß hergehen. Ich war schon als Kind hier und habe zugeschaut. Dass ich jetzt selbst hier aufschlagen darf, ist ein unglaubliches Gefühl. Ich freue mich riesig. Lucas weiß, wie es ist, und wird mir sagen, wie man damit umgeht.“
Miedler bestreitet bereits sein viertes Doppel-Finale bei den Erste Bank Open. Gemeinsam mit Alexander Erler holte er 2022 und 2024 den Titel, im Vorjahr erreichte er mit Francisco Cabral erneut das Endspiel. Entsprechend weiß der 30-Jährige, welche Atmosphäre auf seinen Partner wartet: „Die Umstellung ist riesig. Hier sind 10.000 Menschen, die Dimension ist eine ganz andere.“
Am Sonntag will das österreichische Duo seinen außergewöhnlichen Lauf nun mit dem gemeinsamen Heimsieg krönen.

