Donnerstagabend, 21:30 Uhr, Marx Halle. Lucas Miedler und Neil Oberleitner strecken die Arme in die Höhe. Jubel, Erleichterung, Freude. Hinter den beiden liegt eine Nervenschlacht zum Auftakt des Doppel-Bewerb bei den Erste Bank Open.
Österreichs Nummer-1-Duo hatte an diesem Donnerstagabend auf dem immer noch sehr gut gefüllten #glaubandich-Court hart zu kämpfen. Am Ende setzten sie sich gegen Petr Nouza/Michael Venus (CZE/NZL) mit 6:4, 4:6, 10:8 durch.
„Das war ein bisschen zu spannend für unseren Geschmack, aber wir freuen uns, in der zweiten Runde zu sein“, schnaufte Oberleitner durch. „Im zweiten Satz habe ich etwas das Momentum verloren, diese Chance haben sie genutzt und dadurch wurde es überhaupt so knapp.“
Statt den zweiten Satz für sich zu entscheiden, ging es jedoch ins Champions Tiebreak. „Du kannst die Partie in zwei Sätze gewinnen, sie aber genauso verlieren. Bei 7:8 im Champions Tiebreak hatten wir zum Beispiel mit einer Netzkante Glück. Wir haben uns das Leben selbst zu schwer gemacht, aber am Ende des Tages gehen wir als Sieger vom Platz.“
Gutes Omen: Im Vorjahr musste Miedler mit seinem damaligen Partner Francisco Cabral ebenfalls in der ersten Runde ins Champions Tiebreak, gewann es mit 10:8 und arbeitete sich am Ende bis ins Finale vor. Oberleitner will einen ähnlichen Lauf erleben. „Die Fans haben uns getragen, im Champions Tiebreak hilft das natürlich. Lucas kennt das schon, für mich war es der erste Sieg bei den Erste Bank Open. Eines ist fix: Wir sind hungrig auf mehr.“ Nachsatz seines Partners: „Neil bringt den Hunger mit, ich die Erfahrung. Genauso machen wir weiter.“
Weiter geht es für die Österreicher im Viertelfinale gegen Harri Heliövaara/Henry Patten (FIN/GBR), die Nummer 1 der Doppel-Welt. „Sie sind das beste Team der Welt. Es schaut oft nicht einmal spektakulär aus, aber sie machen es einfach gut. Ich habe sie trotzdem schon einmal geschlagen bei diesem Turnier. Wenn so etwas möglich ist, dann vor Heimpublikum.“
Nichts zu holen für Rodionov/Neumayer
Jurij Rodionov und Lukas Neumayer, dank einer Wildcard im Doppel-Hauptbewerb am Start, mussten sich den US-Amerikanern Ryan Seggerman/Learner Tien 0:6, 2:6 geschlagen geben. „Es war leider nicht gut, wir haben in beiden Sätzen frühe Breaks kassiert. Das Doppel haben wir als Training mitgenommen, das Ergebnis ist trotzdem nicht cool“, so Neumayer, der dennoch positiv zurück und nach vorne blickt: „Ich habe ein gutes Turnier im Einzel gespielt, das ist viel wichtiger. Jetzt heißt es: Fokus auf die nächsten Turniere.“
Rodionov ergänzte: „Ich habe die beiden nicht unterschätzt, aber war am Ende doch überrascht. Egal, was wir gemacht haben – die beiden konnten einen Gang zulegen.“ Immerhin konnte er die Atmosphäre in der Marx Halle mit gefüllten Tribünen aufsaugen. „Es ist richtig cool hier, wir Spieler fühlen uns hier wohl. Die Kulisse auf dem Platz ist sehr gut, leider konnten wir nicht für die entsprechende Stimmung sorgen“, so Rodionov, der im Anschluss zahlreiche Autogrammwünsche erfüllte. „Es ist nicht selbstverständlich, dass so viele Fans hier sind – aber es ist selbstverständlich, dass wir uns die Zeit nehmen und Autogramme schreiben. Diese Leute sind der Grund, warum Tennis so groß ist und warum wir professionell Tennis spielen können.“
Am Fairplay-Court wurden die an Nummer zwei gesetzten Christian Harrison/Neal Skupski (USA/GBR) ihrer Favoritenrolle gerecht und zogen mit einem 6:3, 6:4-Erfolg gegen die Brasilianer Orlando Luz/Rafael Matos ins Viertelfinale ein. Die argentinischen Qualifikanten Maximo Gonzalez/Andres Molteno bezwangen Ignacio Buse/Luciano Darderi (SLV/ITA) mit 7:6 (4), 6:3.
Am Freitag steigen am #glaubandich-Court in der Marx Halle die Viertelfinal-Spiele im Doppel. Miedler/Oberleitner bestreiten das 3. Spiel nach 13 Uhr, nicht vor 15:30 Uhr.

