Zverev erwischte gegen Griekspoor einen Start nach Maß und nahm dem Niederländer gleich dessen erstes Aufschlagspiel ab. Diesen Vorsprung verteidigte der topgesetzte Deutsche souverän und verwandelte nach 40 Minuten seinen ersten Satzball standesgemäß mit einem Ass zum 6:4.
Bei eigenem Aufschlag unantastbar
Auch im zweiten Durchgang präsentierte sich Zverev bei eigenem Service überragend. Griekspoor fand keinerlei Zugriff auf die Aufschlagspiele seines Gegners, während lange Zeit auch der Niederländer seine Games halten konnte.
Beim Stand von 5:5 erhöhte Zverev jedoch noch einmal den Druck und schaffte das entscheidende Break zum 6:5. Nach insgesamt 96 Minuten beendete er die Partie, wie er bereits den ersten Satz abgeschlossen hatte: mit einem Ass beim ersten Matchball.
Die Statistiken unterstrichen Zverevs starke Vorstellung. Der Deutsche schlug elf Asse bei nur einem Doppelfehler, gewann 90 Prozent der Punkte nach seinem ersten Aufschlag und ließ während der gesamten Begegnung keinen einzigen Breakball zu.
„Eines der besten Gefühle der Welt“
Nach dem verwandelten Matchball brachen bei Zverev alle Emotionen heraus. „Für alle, die nicht ganz verstehen, warum ich so juble: Ich bin Nummer eins der Welt geworden“, erklärte er noch auf dem Centre Court. „Es ist ein unfassbar besonderes Gefühl, hier auf dem Platz zu stehen und zu wissen, dass ich am Montag, wenn die neue Weltrangliste erscheint, die Nummer eins der Welt bin. Das ist eines der besten Gefühle der Welt.“
Einen großen Anteil an diesem Meilenstein schrieb Zverev seinem langjährigen Team zu. „Wir sind eine Mannschaft und haben alles miteinander erlebt. Ich habe mehr oder weniger dieselbe Mannschaft seit Beginn meiner Karriere. Dieser Verdienst ist natürlich nicht nur meiner, sondern der gesamten Mannschaft – meines Vaters, meines Fitnesstrainers, meines Physiotherapeuten und aller, die immer mit dabei sind.“
Besonders freute sich der Deutsche darüber, diesen historischen Moment ausgerechnet in Wien feiern zu dürfen. „Die Stadthalle ist eines meiner absoluten Lieblingsstadien, weil ich immer das Gefühl habe, hier zu 100 Prozent unterstützt zu werden. Es ist immer voll und es herrscht immer eine Wahnsinnsatmosphäre. Vielen Dank, dass ihr diesen Tag so besonders gemacht habt.“
Mit dem 6:4, 7:5-Erfolg zieht Zverev ins Viertelfinale der Erste Bank Open ein, wo er am Freitag auf den Briten Arthur Fery trifft, der sich überraschend gegen den höher eingeschätzten Italiener Lorenzo Musettin in drei Sätzen 6:4, 5:7, 6:4 durchsetzte. Ab kommendem Montag wird Zverev auch offiziell als neue Nummer eins der ATP-Weltrangliste geführt.
Cobolli gibt unter Tränen auf
Für Flavio Cobolli endete der Abend bitter. Der an Nummer vier gesetzte Italiener musste sein Achtelfinale gegen Landsmann Matteo Berrettini beim Stand von 2:5 aufgrund von Problemen an der linken Hüfte aufgeben. Berrettini spendete dem sichtlich enttäuschten Cobolli unmittelbar nach der Aufgabe minutenlang Trost.

