Nico Langmann hat sich seinen Kindheitstraum erfüllt und ein Match bei den Erste Bank Open gewonnen! Der 29-Jährige setzte sich zum Auftakt im Viertelfinale des Rollstuhltennisturniers powered by win2day mit 6:1, 6:3 gegen Luca Arca (ITA) durch.
Vor hunderten Fans in der Marx Halle legte Langmann am Fairplay Court in beiden Sätzen gut los, frühe Breaks erleichterten die Sache. „Mit meinem Level bin ich sehr happy, ich habe mein Spiel gut durchgezogen. Dadurch hatte ich Selbstvertrauen und konnte attackieren. Hier tatsächlich eine Partie zu gewinnen, bedeutet mir unglaublich viel.“
Von Abgebrühtheit war auch bei der zweiten Auflage des Rollstuhltennisturniers bei den Erste Bank Open keine Rede. „Dieses Nervositätslevel erreiche ich selten. Paralympische Spiele und Erste Bank Open sind eindeutig die Peaks was meine Herzfrequenz betrifft. Vor so einer Kulisse zu spielen, ist genial. Es gut über die Bühne gebracht zu haben umso besser.“ Zur Feier des Tages ging es im Anschluss mit den engsten Freunden zum Asiaten – Carboloading pur.
Im Halbfinale kommt es am Freitag (2. Match nach 13 Uhr) zum Duell mit Alfie Hewett, dem 37-fachen Grand-Slam-Sieger aus Großbritannien. „Das wird richtig toll, auch wenn er der haushohe Favorit ist. Wir kennen uns seit den Juniors, damals war er immer Nummer 1 und ich Nummer 2. Inzwischen hat er ein bisschen mehr gewonnen als ich“, lächelte Langmann. Nachsatz: „Hoffentlich ist die Marx Halle voll, mit den Fans im Rücken wird es sicher ein cooles Match.“
Unbezahlbare Erfahrung für Youngster Taucher
Hewett setzte sich zum Abschluss des Tages im Duell mit Österreichs Youngster Maximilian Taucher mit 6:2, 6:2 durch. Für den 18-jährigen Vorarlberger eine große Chance. „Gegen solche Leute trainiere ich normalerweise nicht einmal. Mit ihm am Platz zu sein bringt mir enorm viel. Ich habe gemerkt, woran es noch fehlt und woran ich arbeiten muss. Das Tempo, das Alfie spielt, habe ich in dieser Form noch nie erlebt.“
Im zweiten Satz lag Taucher sogar mit Break 2:0 voran. „Das war richtig cool, ich habe gedacht, dass er vielleicht kurz überlegt. Aber dann hat er es souverän gemacht. Schade, das wäre schon eine kleine Chance gewesen.“
Hewett, aktuell Nummer zwei der Welt, sah Tauchers Potenzial. „Er hat das Zeug, ist auch hinter den Kulissen sehr wissbegierig und interessiert. Ich denke auch, dass er ein gutes Team hat. Ich wünsche ihm alles Gute für seinen weiteren Weg.“
Kracher im zweiten Semifinale
Im zweiten Halbfinale kommt es am Freitag zu einem weiteren Kracher: Die spanische Nummer drei der Welt Martin De La Puente bekommt es mit der Nummer fünf der Welt, dem Vorjahressieger Gordon Reid (GBR), zu tun.
Reid setzte sich in der ersten Runde mit 6:1, 6:4 gegen den Südafrikaner Alwande Sikhosana durch. „Ein solider Start, mit meinem Spiel bin ich ganz zufrieden. Er hat im zweiten Satz wirklich gut gespielt“, so Reid. „Es ist immer schön, an einen Ort zu kommen, an dem man im Vorjahr gewinnen konnte. Ich habe viele gute Erinnerungen an Wien – der wahre Test folgt morgen.“
De La Puente ließ dem Deutschen Christoph Wilke keine Chance und setzte sich mit 6:0, 6:3 durch. „Die Atmosphäre hier ist sehr cool. Wir sind eingebettet in ATP-Spiele und erlangen dadurch viel Aufmerksamkeit. Ich freue mich auf jedes weitere Match hier.“
Am Freitag steht der Fairplay Court in der Marx Halle ganz im Zeichen von Rollstuhltennis. Los geht’s ab 13 Uhr mit dem Einzel-Semifinale Reid gegen De La Puente, gefolgt vom zweiten Halbfinale Hewett gegen Langmann. Nicht vor 16 Uhr und nach angemessener Pause steigen zwei Exhibition-Doppel: Zuerst Langmann/Taucher gegen Reid/Hewett und im Anschluss De La Puente/Sikhosana gegen Arca/Wilke.

